Textil vernetzt: Industrie 4.0? Digitalisieru...
Textil vernetzt

Industrie 4.0? Digitalisierung? Künstliche Intelligenz?

Meist gelesen

(Source: Erler)
(Source: Erler)

Das Kompetenzzentrums Textil vernetzt informiert kleine und mittlere Unternehmen über die Chancen der Digitalisierung. Textil vernetzt kann geeignete Partner vermitteln, richtige Impulse und fachmännische Unterstützung an die Hand geben, um ganz individuell auszuloten, wie Prozesse optimiert und effizienter gestaltet werden können und die Unternehmen somit wettbewerbsfähig bleiben.

Zum 1. November 2017 nahm das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Textil vernetzt die Arbeit in der Geschäftsstelle in Berlin auf. Das Konsortium besteht aus dem Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. (textil+mode), Berlin, gemeinsam mit den Forschungsinstituten Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University, den Deutschen Instituten für Textil-und Faserforschung (DITF), Denkendorf, und dem Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. (STFI), Chemnitz, sowie der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V., Villingen-Schwenningen. Dieses hat hierzu vom Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) den Zuschlag erhalten.
Lesen Sie hier einige Beispiele erfolgreicher Umsetzung und zur Einführung in der Praxis:

Erler GmbH, Dormettingen

Machbarkeitsstudie zum autonomen Absortieren im digitalen Zuschnitt von Textilien

Digitaler Einzellagenzuschnitt ist eine der Technologien in der Konfektion, um Nearshoring und On-Demand-Produktion von Bekleidung zu ermöglichen. In einigen Industrien ist seit vielen Jahren das Pick and Place Stand der Technik, während das Absortieren von Textilien bisher nicht möglich ist.
Die Erler GmbH bietet seit 27 Jahren komplette und individuell passende Lösungen für Automatisierungs- und Roboterprojekte. Dafür wird die entsprechende Steuerungssoftware erstellt und die passende Technik geplant: von der Konstruktion, dem Schaltschrankbau über die Anlagenverkabelung bis hin zur Inbetriebnahme.
Während in der Papier- und Kartonagenindustrie das Pick and Place seit vielen Jahren Stand der Technik ist, stellt das Absortieren von zugeschnittenen biegeschlaffen und luftdurchlässigen Textilien ein bisher nicht gelöstes Problem dar. Hinzu kommt, dass die Schnittteile unterschiedliche Dimensionen und Formen haben und die Textilien im Zuschnittprozess durch Vakuum fixiert werden. Das Absortieren ist deshalb immer noch eine manuelle Tätigkeit.
Dies möchte die Erler GmbH ändern und gemeinsam mit den Textil vernetzt-Kollegen der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) diesen Prozess vom manuellen in ein automatisiertes Verfahren überführen. Seit mehreren Monaten arbeitet Erler bereits mit Partnern an einem End-of-Arm-Tooling (EOAT), um Textilien prozesssicher zu greifen.
Nun wird in einem ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie mit dem speziell entwickelten Greifsystem mit einer Schnittstelle zum einlagigen Schneidetisch erstellt. Zusammen mit der Erler GmbH wird zunächst eine Infrastruktur, bestehend aus Cutter, 6-Achs-Roboter und Greifer aufgebaut und mit Automatisierungstechnik integriert. So soll von der technischen Seite her ein automatisiertes, prozesssicheres Abstapeln einlagiger Stoffmuster ermöglicht werden.

Innovatec Microfibre Technology GmbH & Co. KG, Troisdorf

Datensammlung als Grundlage für KI

Die Inbetriebnahme einer neuen Produktionslinie bietet die einmalige Möglichkeit, einen enormen Datenschatz an der Produktionslinie zu sichern. Innovatec hat ein großes Interesse am Einsatz von KI-Methoden bei der Fertigung von Spinnvliesen.
Im Projekt „Digitaler Schatten der Inbetriebnahme einer Spinnvlies-Produktionslinie“ wurden an einer neuen Produktionslinie sämtliche Versuchsdaten der Spinnvliesherstellung mittels geeigneter Schnittstellen erfasst.
Dafür wurde vom Textil vernetzt-Partner ITA, Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen, eine mobile Messstation an der Produktionslinie bereitgestellt. Nach der Bewältigung einiger Anlaufschwierigkeiten kamen die Schnittstellen erfolgreich zum Einsatz. Das Messsystem wurde so eingerichtet, dass es über Schnittstellen zur Steuereinheit der Produktionslinie, zu einem Messsystem für Umweltdaten und zum Prüflabor der Innovatec Microfibre Technology GmbH & Co. KG verfügt. Es hat autark die Daten über mehrere Wochen aufgezeichnet. Das Messsystem ermöglicht dabei die Live-Erfassung aller relevanten Produktionsdaten zur Beschreibung des Spinnvlies-Prozesses. Die Daten umfassen die Einstellparameter der Produktionslinie und die Labordaten in kausalrichtiger zeitlicher Zuordnung.
Wo werden die Daten gespeichert?
Es wurde ein komplett autarkes System für die Machbarkeitsstudie genutzt. In der praktischen Anwendung können die gesammelten Daten in einer lokalen Datenbank des Unternehmens oder in einer Cloud, verschlüsselt oder unverschlüsselt, abgelegt werden.
Für das Projekt ist die Datensammlung abgeschlossen. Im nächsten Projektabschnitt soll die gemeinsame Auswertung der Daten sowie eine Anleitung, wie die Datenpunkte erfasst werden können, erfolgen.
Signalansicht Schmelzdruck ibaAnalyzer (Source: Innovatec)
Signalansicht Schmelzdruck ibaAnalyzer (Source: Innovatec)

Spengler & Fürst GmbH & Co. KG, Crimmitschau

Konnektivität und Datenbasis für PPS an Webmaschinen

Die Weberei Spengler & Fürst möchte ihre Produktionsprozesse noch besser planen und steuern. Gemeinsam mit dem Textil vernetzt-Team vom Sächsischen Textilforschungsinstitut STFI möchte das Unternehmen den Datenfluss in der Produktion daher weiter digitalisieren.
Im Unternehmen wird mit Webmaschinen verschiedenen Alters und verschiedener Anbieter gearbeitet. Während ein Großteil der Maschinen mit einer kommunikationsfähigen Betriebsdatenerfassung ausgestattet sind, sollen nun auch spezialangefertigte Maschinen in den digitalen Datenfluss integriert werden und zukünftig Daten in das betriebsinterne Produktionsplanungssystem (PPS) übermitteln. Speziell geht es um Kenngrößen wie Schusszahl, Stillstandzeiten und die Verknüpfung mit den entsprechenden Stillstandursachen, die digital erfasst, an das PPS weitergegeben und für eine mögliche Auswertung archiviert werden sollen.
Spengler & Fürst wird bei der Auswahl der notwendigen Parameter und der Suche nach einer geeigneten Hard- und Software-Lösung vom STFI unterstützt. Im Laufe des Projektes soll zudem eine Middleware konzipiert und umgesetzt werden, die unterschiedliche Software-Systeme zusammenbringt, so dass sie zusammenarbeiten und nahtlos Daten austauschen. Außerdem wird gemeinsam daran gearbeitet, dass das System durch die Maschinenbediener instandgehalten und auf weitere Maschinen ausgeweitet werden kann.
(Source: STFI)
(Source: STFI)

Ruwac Industriesauger GmbH, Melle

Filterverunreinigungen mit Sensorik aufspüren

Bei Industriesaugern und Absaugeanlagen ist Präzision und Zuverlässigkeit besonders wichtig. Die Saugleistung steht und fällt jedoch auch mit dem Zustand des Filters. Um die optimale Saugleistung in der Praxis zu gewährleisten und die Erkennung von Filterverunreinigungen nutzerfreundlich zu gestalten, wird eine digitale Messung der Filterleistung angestrebt. Aber wie werden Filter digital? Welche Daten werden benötigt und wie wird der Staubsauger intelligent?
In Vorarbeit hat das Unternehmen Ruwac bereits Sensordaten zu unterschiedlich verschmutzten Filtern, die in ihren Industriestaubsaugern integriert sind, aufgenommen. Dazu wurden jeweils die Stromaufnahme, der Unterdruck vor und nach dem Filter und der Volumenstrom gemessen. Ziel des Projektes ist es zu erarbeiten, ob einzig durch die Messung des Differenzdrucks eine Schätzung zu Volumenstrom und Stromaufnahme möglich ist. In diesem Fall spricht man von einem Softsensor, der die beiden Kenngrößen indirekt misst. Sollte diese Methode erfolgreich sein, wird in einem weiteren Schritt analysiert, ob auf Basis der Daten des Differenzdrucks eine Einschätzung der Filterleistung möglich ist. Ist der Filter noch für die Nutzung geeignet oder zu verunreinigt, um einen einwandfreien Gebrauch zu gewährleisten. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie analysieren die Kollegen vom Textil vernetzt-Partner Hahn-Schickard die von Ruwac gesammelten Daten und geben bei Bedarf an, ob weitere Daten ermittelt werden müssen. Nach dem ein Model erstellt worden ist wird es für die Nutzung auf einer Steuereinheit (MCU) optimiert.
Auch weitere Unternehmen können von Softsensorik profitieren: Gerade in Umgebungen, in denen es schwer oder kostenintensiv ist Messungen durchzuführen, können mithilfe von Softsensoren günstigere Alternativen geschaffen werden. Nicht nur Staubsauger können von dieser Sensorik profitieren. Auch andere Unternehmen, die mit vorhandenen Sensoren neue Möglichkeiten schaffen wollen, können einen Nutzen daraus ziehen.



Your Newsletter for the Textile Industry

From the industry for the industry – sign up for your free newsletter now

 
To differentiate your newsletter registration from that of a bot, please additionally answer this question:
stats