STFI : Nachhaltige Wertschöpfungskette für C...
STFI

Nachhaltige Wertschöpfungskette für CFK und GFK

Meist gelesen

(Source: STFI)
(Source: STFI)

In einem EU-Projekt werden zirkuläre Ansätze für die Wiederverwendung von Verbundwerkstoffen aus Carbon- und Glasfasern untersucht. Im Rahmen von „MC4 – Multilevel Circular Process Chain for Carbon and Glass Fibre Composites“ sollen Prozesstechnologien und Qualitätssicherungsmethoden entwickelt werden, die ein wirtschaftliches Recycling von Carbon- und Glasfaserbauteilen ermöglichen. Die im Fokus stehenden Materialien sind für zahlreiche technische Anwendungen, bei denen ein geringes Materialgewicht und hohe Performance besonders geschätzt werden, sehr wichtig. Die europäischen Wertschöpfungsketten für Carbon- und Glasfasern müssen jedoch in zweierlei Hinsicht optimiert werden: in Bezug auf die ökologische und die wirtschaftliche Effizienz. Derzeit gehen bis zu 40 % des Materials im Produktionsprozess als Abfall (z.B. Prepreg-Abfälle im Zuschnitt) verloren und nach einer Lebensdauer von 15-30 Jahren werden 98 % des Materials der Entsorgung zugeführt, ohne Aussicht auf Wiederverwertung. Bei einem jährlichen Verbrauch von etwa 138.000 t Carbonfasern und 4,5 Mill. t Glasfaserverbundwerkstoffen (GFK) sind auch entsprechende Umweltauswirkungen von Relevanz. Zusätzlich zu diesen Umweltproblemen sollte die derzeitige Wettbewerbsposition Europas in diesen Wertschöpfungsketten verbessert werden, um weniger von ausländischen Quellen abhängig zu sein. 80 % der Herstellung von Carbon- und Glasfasern findet außerhalb Europas statt. 

MC4 wird sich auf verschiedene Wiederverwendungs- und Recyclingprozesse entlang des Lebenszyklus von Verbundwerkstoffen konzentrieren. Dazu gehören:  

  • chemische Recyclingtechnologien für eine wirtschaftlich effiziente Trennung von Matrix und Carbonfasern, 
  • Verarbeitungstechnologien für die Wiederverwendung von Prepreg-Abfällen aus dem Produktionsablauf (z.B. beim Zuschnitt), 
  • mechanische Recyclingverfahren für Bauteile aus Glasfaserverbundwerkstoffen zur direkten Wiederverwendung der Materialien in neuen Bauteilen, 
  • neue Harze für eine bessere Recycelbarkeit von Glasfaserbauteilen, 
  • Technologien für die Verarbeitung recycelter Carbonfasern zur Herstellung von Garnen, Geweben und Vliesstoffen für Verbundbauteile, 
  • Qualitätssicherungsmethoden zur Charakterisierung von recycelten Glas- und Carbonfasern und der daraus hergestellten neuen Verbundwerkstoffe. 

Das Konsortium umfasst 15 Partner aus 7 europäischen Ländern. Prozessentwickler, Materialhersteller, Hersteller von Verbundbauteilen sowie Endverbraucher decken die gesamte Wertschöpfungskette ab. 

Das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. (STFI), Chemnitz, bringt in verschiedenen Arbeitspaketen des Projekts seine Kompetenzen im Bereich der Verarbeitung und des Recyclings von Carbonfasern und Carbonfaserverbundbauteilen ein. Neben der Herstellung von Vliesstoffen und deren Prüfung stehen die Anfertigung von Demonstratoren, aber auch entsprechende LCA und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen im Vordergrund. 

Your Newsletter for the Textile Industry

From the industry for the industry – sign up for your free newsletter now

 
To differentiate your newsletter registration from that of a bot, please additionally answer this question:
stats