Interview mit Dr. Michael Schiffmann, update ...
Interview mit Dr. Michael Schiffmann, update texware

Optimierte Ressourcennutzung entlang der Wertschöpfungskette

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Dr. Michael Schiffmann, CEO update texware (Source: update texware GmbH)
Dr. Michael Schiffmann, CEO update texware (Source: update texware GmbH)

Ob Garnerzeugung, Flächenerzeugung, Veredlung, Konfektion oder Handel – die ERP-Lösung texware/CS kann in jedem Bereich der textilen Prozesskette für Transparenz und durchgängigen Datenfluss sorgen. Bereichsübergreifende Workflows erleichtern die Arbeitsabläufe im gesamten Unternehmen. Diese ERP-Lösung ist flexibel konstruiert, dass die Standardmöglichkeiten leicht und somit kostensparend an die Ablauf- und Organisationsstrukturen jedes Unternehmens angepasst werden können.

Im Interview sprach Dr. Michael Schiffmann über die Zielsetzungen im mittlerweile abgeschlossenen Umsetzungsvorhaben iTexFer (ein Teil im Projekt futureTex).

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Arbeit im Projekt futureTex?
Die Forderung der Kunden nach immer individuellen gestaltbaren Produkten setzt Textilproduzenten zunehmend unter Druck. Durch kurze Produktlebenszyklen, kleine Losgrößen und gleichzeitig steigende Variantenvielfalt werden die horizontalen und vertikalen Wertschöpfungsketten zunehmend komplexer und schwieriger handhabbar.
Mit durchgängiger Digitalisierung und Automatisierung kann die Ressourcennutzung entlang der textilen Wertschöpfungskette gesteigert werden. Unser Ziel in futureTex war es, gemeinsam mit den Partnern dafür einen textilspezifischen, erweiterbaren Industrie-4.0-Baukasten aus Software, Methoden und mechanisch-elektronischen Komponenten zu entwickeln.

In welchem Vorhaben arbeiten Sie aktiv mit? Was sind Ihre Aufgaben?
Wir waren von Sommer 2018 bis Herbst 2021 im Umsetzungsvorhaben iTexFer aktiv. Die Entwicklung des angestrebten Industrie-4.0-Baukastens für die Textilindustrie gestaltete sich recht komplex, da insgesamt 3 Problemräume bearbeitet wurden.
Mit unserer Expertise im Bereich ERP-Lösungen waren wir vor allem im Teilprojekt „Textilfabrik der Zukunft“ aktiv. Die Lösungsansätze im Bereich der Maschinenvernetzung und -kopplung wurden dabei in der Demonstratorlinie „vernetzte Fertigung“ am futureTex Forschungs- und Versuchsfeld am Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. (STFI), Chemnitz, realisiert. Dort wird über einen mehrstufigen Prozess beispielhaft eine kundenindividuelle Spielmatte hergestellt, um die Möglichkeiten der Automatisierung und Vernetzung in der Textilproduktion aufzuzeigen.

Datentechnisch arbeitet das dortige Gesamtsystem mit unserer agilen Produktionssteuerung, welche mit der maschinennahen Auftragssteuerung, dem Produktkonfigurator, den Drahtloskommunikationssystemen und den Produktionsassistenzsystemen des STFI sowie den Maschinen verschiedener Hersteller vernetzt ist. Die agile Produktionssteuerung nimmt dabei Aufträge vom Produktkonfigurator entgegen, gibt Einstellparameter und weitere Informationen an die Maschinen und Transportsysteme via maschinennaher Auftragssteuerung weiter. Hierbei fungiert ein auf den Einzelflächen aufgedruckter QR-Marker als Referenz. Weiterhin ist die agile Produktionssteuerung vorbereitet, um Anlagenmodelle der Produktionsumgebung entgegenzunehmen, welche das System dazu befähigen, automatisiert eine Kommunikation zwischen dem Monitoring (der agilen Produktionssteuerung) und den Anlagen aufbauen zu können. Ergänzt wurde das Monitoring um eine Complex-Event-Pattern-Engine, welche es ermöglicht, ohne Programmierkenntnisse Regeln für Messwerte zu definieren.

Welchen Mehrwert möchte Ihr Unternehmen aus der Arbeit in futureTex ziehen?
Für uns ist die Arbeit in futureTex ein Blick über den Tellerrand. Aus den Erkenntnissen der Zusammenarbeit mit anderen Branchen können wir Neues für Textil ableiten. Mit den konkreten Anwendungen aus den Vorhaben haben wir die Möglichkeit unser ERP-System weiterzuentwickeln, was perspektivisch auch für unsere Kunden interessant werden könnte.
Durch die Lösungen aus dem iTexFer-Vorhaben erzielen unsere Kunden und damit auch indirekt wir eine Verkürzung von Entwicklungszeiten für verschiedene Produktvarianten, die Verringerung von Produktionsdurchlaufzeiten bei zeitgleicher Erhöhung der Produktionsmaschinenverfügbarkeit in Bezug auf die Ausfallzeiten. Zudem können wir mit den Erkenntnissen die Ressourcenausnutzung steigern.

Das Interview wurde Dr. Ina Meinelt und Diana Walther (P3N Marketing GmbH, Chemnitz) mit dem ERP-Spezialisten Dr. Michael Schiffmann, Geschäftsführer der update texware GmbH, Kulmbach, geführt.
futureTex

Im Projekt futureTex arbeiteten bis 2021 wissenschaftliche Einrichtungen, Unternehmen und Verbände an der Entwicklung wesentlicher Bausteine eines Zukunftsmodells für Traditionsbranchen. Das Projektkonsortium futureTex verfolgte das Ziel, die führende Position bei der Umsetzung der 4. Industriellen Revolution im Textilmaschinenbau und in der Textilindustrie zu erringen und damit beispielhaft bis 2030 das modernste textilindustrielle Wertschöpfungsnetzwerk Europas aufzubauen. Mit der Entwicklung eines Zukunftsmodells wurden die Forschungsschwerpunkte Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft, kundenintegrierte flexible Wertschöpfungsketten, textile Zukunftsprodukte, Wissens- und Innovationsmanagement sowie Arbeitsorganisation und Nachwuchssicherung gemeinschaftlich mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft bearbeitet. Das Konsortium umfasst aktuell über 300 involvierte Partner, darunter 70 % aus der Industrie.

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