Interview mit Martin Klüsener, Feuerwear: Upc...
Interview mit Martin Klüsener, Feuerwear

Upcycling von ausgedienten Feuerwehrschläuchen

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Martin Klüsener (Quelle: Feuerwear)
Martin Klüsener (Quelle: Feuerwear)

Seit über 15 Jahren legen Firmengründer und -inhaber Martin und Robert Klüsener und ihr Team großen Wert auf die Wiederverwendung gebrauchter oder aus anderen Fertigungsprozessen abfallender Rohmaterialien. So ist die Basis eines jeden Produktes der Feuerwear GmbH & Co. KG, Köln – ob Hip Bag, Portemonnaie, Rucksack oder Tasche – seit jeher ein gebrauchter Feuerwehrschlauch.

 

Wie kamen Sie auf die Idee oder was war ihr Ansporn aus ausgedienten Feuerwehrschläuchen neue Produkte zu schaffen?

Ich hatte immer schon Interesse am Nähen und habe schon mit 13 Jahren nähen gelernt. Im Studium habe ich dann mit verschiedenen Recyclingmaterialien rumprobiert, da ich es sinnvoll fand, aus etwas Altem etwas Neues zu schaffen, statt Dinge einfach wegzuwerfen. In der Diplomarbeit habe ich mich dann eingehend mit den verschiedenen Materialien beschäftigt und kam auf die Idee, bei der Feuerwache nachzufragen, ob ich einen Schlauch zum Ausprobieren bekommen könnte. Es stellte sich als das perfekte Material heraus: Langlebig, robust und qualitativ hochwertig.

(Source: Feuerwear)

Die Themen Recycling und „Closing the Loop“ sind in aller Munde. Spielt der Aspekt der Kreislaufwirtschaft auch bezüglich der weiteren verwendeten Materialien immer schon eine wichtige Rolle?

Wir haben sehr früh angefangen, uns zu überlegen, was wir neben dem Einsatz von gebrauchtem Feuerwehrschlauch noch besser machen können. In Zusammenarbeit mit TÜV Rheinland hat Feuerwear die wichtigen Einflussgrößen seines Produktportfolios auf die Umwelt über den kompletten Lebensweg identifiziert, um weitere Optimierungen in Sachen Nachhaltigkeit vornehmen zu können. Zudem haben wir ebenfalls bereits vor Jahren die meisten PVC-Materialien gegen abfallende Verschnitte aus der Automobilindustrie ausgetauscht. Wir haben immer im Blick, welches Material wir neben dem Feuerwehrschlauch am meisten einsetzen und versuchen dann, dafür etwas Besseres zu finden. So sind wir auch darauf gekommen, Gewebe aus recyceltem Polyester einzusetzen. Gerade suchen wir eine Alternative für Neopren, womit das Laptopfach einer unserer Taschen gepolstert wird.

 

Welche Aufgaben sollte die Industrie und welche die Politik in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit/Recycling übernehmen? Welchen Einfluss kann der Verbraucher ausüben?

Die Politik sollte klare gesetzliche Vorgaben zum umweltbewussten Handeln schaffen, an die sich Unternehmen halten müssen. Die Unternehmen wiederum sollten dafür sorgen ihre Produktionsprozesse offen und transparent darzulegen. So haben dann in letzter Instanz die Verbraucher die Chance, sich zu informieren und bewusst zu konsumieren.

 

Inwieweit sind bei Feuerwear auch soziale Aspekte wichtig?

Soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit gehen für uns Hand in Hand. Deshalb produzieren wir in Europa - unter fairen Arbeitsbedingungen und EU-Arbeitsrecht.

 

Wie könnte eine nachhaltige Textil- und Bekleidungsindustrie in Zukunft aussehen?

Im Bestfall versuchen immer mehr Unternehmen der Textilindustrie das Ideal der Kreislaufwirtschaft zu erreichen, deren Ziel es ist, ressourcenschonend zu arbeiten, erneuerbare Materialien einzusetzen und die Lebensdauer der Erzeugnisse zu erhöhen. Auch der Einsatz von Abfall- und Nebenerzeugnissen trägt zur Erreichung dieses Ziels bei.

 

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