vti: Was passiert mit der Maskenproduktion „M...
vti

Was passiert mit der Maskenproduktion „Made in Germany“?

vti
 Dr. Jenz Otto, Hauptgeschäftsführer des vti
Dr. Jenz Otto, Hauptgeschäftsführer des vti

Den Mittelständlern wurden von der Bundesregierung viele Millionen Euro für die Entwicklung textiler Schutzausrüstung in der Pandemie versprochen. Doch angekommen ist bei den Textilunternehmen in Sachsen und auch Thüringen bis jetzt nichts.

 Während die deutschen Bürger in den Apotheken nach wie vor Masken aus China mit teilweise fragwürdigen Kennzeichnungen auf die Gutscheine der Bundesregierung erhalten, werden für die Qualitätsmasken „Made in Germany“ keine Abnehmer gefunden.
Deutsche Textilunternehmen, die den Aufrufen der Regierung zur Produktion von Schutzausrüstung im Frühjahr 2020 mit Euphorie, viel Enthusiasmus, hohem Investitions- und Entwicklungsaufwand gefolgt sind und den Versprechungen vertraut haben, sind bei der Förderung bis heute leer ausgegangen.
Als die Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 in Deutschland ankam und der Bedarf an Masken sprunghaft anstieg, entstand auch beim Vliesstoffhersteller Norafin Industries GmbH, Mildenau, innerhalb weniger Wochen ein neuer Produktionszweig.
Nach einem Treffen im April 2020 in Berlin, zu dem das Bundeswirtschaftsministerium auch Norafin-Geschäftsführer André Lang eingeladen hatte, ging die Entwicklung einer FFP2-Maske richtig los. Eine angepasste Förderrichtlinie versprach notwendige FuE-Investitionen in die Produktion deutscher Schutzbekleidung schnell zu ermöglichen. Das deutsche Gesundheitswesen sollte diese abnehmen. Gleichzeitig wollte die Regierung damit das nationale Pandemielager befüllen.
Zusammen mit dem Anlagenbauer Xenon Automatisierungstechnik GmbH, Dresden, entwickelte Norafin eine High-Tech-Maskenproduktionsanlage, die zertifizierte FFP2-Masken vollautomatisiert, ohne manuelle Arbeitsschritte produziert. Diese Masken können auch in der industriellen Anwendung in rauen Arbeitsumgebungen für den sicheren Arbeitsschutz im Umgang mit Glasfasern, Metall, diversen Kunststoffen und Ölnebel sorgen.
Enttäuscht wurden die beiden Unternehmen als der Ablehnungsbescheid für die Förderung der sächsischen Maskenproduktion vom Bundeswirtschaftsministerium Ende Dezember 2020 kam.
Qualitätsprodukte aus deutschen Anlagen, mit nachhaltiger Technologie und textilem Verfahrens-Know-how, das weltweit gefragt ist, hat scheinbar bei den Beschaffern nicht den Stellenwert wie die schnellen zollfreien Importe aus China.
Dr. Jenz Otto, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. (vti), Chemnitz

Your Newsletter for the Textile Industry

From the industry for the industry – sign up for your free newsletter now

 
stats