melliand Textilberichte 4/2021

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melliand Textilberichte 4/2021 101 MEINUNG Nachhaltigkeit bestimmt in immer mehr Lebensbereichen unser Handeln und für die Textilindustrie als drittgrößtem Industriebereich weltweit wird es zum zentralen Thema der Zukunft. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass die Leistungsbilanz der Textilindustrie nach einer Studie der Ellen MacArthur Foundation mit einer Recyclingquote von 1 % weltweit wenig beeindruckend ist. Der aktuelle Umgang mit textilen Produkten äußert sich z.B. in Trends wie „fast fashion“, infolgedessen immer mehr Ware in zunehmend schlechterer Qualität auf den Markt kommt und somit eine effiziente Nutzung der Ressourcen behindert. Zusätzlich stellen Textilien eine anspruchsvolle und wenig homogene Warengruppe dar, mit vielen sehr unterschiedlichen Materialien in vielfältigen Mischungen und mit durchaus herausfordernden Zusätzen. Das Verbraucherbewusstsein ändert sich gerade sehr stark, sodass nachhaltig produzierte Ware immer mehr zu einem Argument für zukünftigen Umsatz werden kann. Nicht zu vernachlässigen ist dabei auch der steigende Druck durch gesetzliche Vorgaben, der zu schnellem Handeln zwingt. Vor diesem Hintergrund ist ein radikaler Wechsel in der Behandlung des Themas Ressourceneffizienz hin zu einer konsequent praktizierten Kreislaufwirtschaft unumgänglich. Zunächst einmal muss die gesamte Wertschöpfungskette sich von der bisher gelebten linearen Vorgehensweise zu einer in allen Bereichen praktizierten Kreislauffähigkeit wandeln. Dies erfordert neue Ansätze, da es ein gesamtheitliches Denken erfordert und folgerichtig ein Zusammenarbeiten von allen Beteiligten der textilen Wertschöpfungskette erfordert. Zentrales Element einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft ist ein wertsteigerndes Recycling und die Umsetzung von kreislauffähigen Produkten. Das Produkt mit seinen Eigenschaften muss im Zentrum stehen. Prozessentwicklung beginnt erst dann ihren Nutzen zu entwickeln, wenn am Ende der Überlegung sinnvolle, marktfähige Produkte stehen. Dies erfordert ein radikales Umdenken beginnend in der Forschung, um die Produktentwicklung in den Vordergrund zu stellen. Solange Recycling primär dazu dient, den Abfall „irgendwie sinnvoll“ zu entsorgen, resultiert dies in minderwertigen Produkten, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch keinen Sinn machen. Erst wenn Produkte aus recycelten Werkstoffen als wertvoller Sekundärrohstoff wahrgenommen werden und zu anerkannt wertvollen Produkten werden, kommen wir dem Ziel einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft näher. Der Putzlappen darf nicht das typische Produkt des textilen Recyclings bleiben. Upcycling als Handlungsperspektive für die Produktentwicklung ist das Gebot der Stunde. Ansätze zu dieser neuen Denkweise können in Modellfabriken oder Recyclingateliers realisiert werden, wie sie gerade z.B. von der ITA-Group in Augsburg realisiert werden. Das modellhafte Umsetzen der Produktentwicklung zeigt sinnvolle Wege zu neuen Produkten auf, wobei in dieser Phase auch wichtige begleitende Betrachtungen der Wirtschaftlichkeit oder der CO2-Bilanz mit einfließen und somit das industrielle Umsetzungsrisiko kalkulierbarer machen. Anspruchsvoll und zugleich reizvoll ist der Gedanke, dass die Umsetzung da realisiert werden sollte, wo der (Sekundär-) Rohstoff entsteht ohne die üblichen langen ressourcenverbrauchenden Transporte in die textilen Werkstätten Asiens und zurück. Recycling ist konsequenterweise gedacht eine neue Chance gerade für die Textilindustrie in Deutschland, denn gemessen an der Verfügbarkeit des Sekundärrohstoffs sind wir in Zentraleuropa nun ein rohstoffreiches Land. Viele Produkte sind wenig recyclinggerecht konstruiert oder gestaltet und erschweren das Umsetzen der Kreislaufwirtschaft unnötig. Aus der geschilderten Herangehensweise resultiert ein vertieftes Wissen, wie man zukünftige Produkte so gestalten kann, dass ein zukünftiges Recycling einfacher und damit auch wirtschaftlicher wird. Dies ist dann ein real funktionierendes „Design for Recycling“. Wenn diese zentralen Aspekte zielgerichtet umgesetzt werden, erschließen sich perspektivisch sehr große Volumina der Anwendung nicht nur in der Bekleidungsindustrie. Gerade technische Textilien aber auch Hygieneartikel, Geotextilien, Medizintextilien und textile Komponenten im Bau- und Wohnungsbereich addieren sich zu einem höchst interessanten neuen Volumenmarkt, in dem die deutsche und europäische Textilindustrie interessante Perspektiven für profitable Produkte in neuen Anwendungen erarbeiten kann. Die Entwicklung automatisierter Prozesse und die unterstützende Funktion der Digitalisierung der Prozesse lassen das textile Recycling zu einem innovativen Anwendungsfeld werden, das auch die Nachhaltigkeit in Bezug auf die Lokalisierung dieser Prozesse in Zentraleuropa miteinschließt. Gerade in der in dieser Hinsicht sehr sensiblen jungen Bevölkerung und damit der Käuferschicht von morgen haben wir Chancen, genügend kreatives Potenzial in der Umsetzung dieser Ansätze zu finden. Recycling und Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie Prof. Dr.-Ing. Stefan Schlichter Geschäftsführer Institut für Textiltechnik Augsburg gGmbH

INHALT 102 melliand Textilberichte 4/2021 Meinung 101 Recycling und Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie S. Schlichter Textilwirtschaft 104 Neue Faser aus kohlenstoffnegativen Materialien (HeiQ) 104 Klassifizierung recycelter Fasern (DITF/STFI) 104 Neue Stretchfaser (The Lycra Company) 104 Informationen zu Messen/Tagungen/ Konferenzen (ADD ITC, Domotex, Heimtextil, Ispo Munich, Techtextil, Texprocess) 105, 107, 108 Umsatz und Ergebnisentwicklungen (Lenzing, Oerlikon, Rieter) 106 Konjunkturerholung verlangsamt sich (textil+mode) 106 Gestörte Lieferketten und sinkende Margen (Gesamtmasche) 107 Gewebe für den verhüllten Arc de Triomphe (Dornier) 107 2. Lebenszyklus für Teppichfliesen (Object Carpet) 4 melliand Textilberichte European Textile Journal Dezember 2021 Jahrgang 102 108 Mittelstands-Nachwuchsforscherpreis für 2 Textilforscher (VIU) 109 VDMA-Preise für Nachwuchswissenschaftler (Walter Reiners-Stiftung) 110, Firmenübernahmen und -kooperationen (BFT/FVT, Cilander/Alumo, Solmax/Propex; 111 A.Celli/Oerlikon Nonwoven) 110-111 Textilwirtschaft international 113, 117, 121, 124, 127 Management 134 Termine Fasern/Garne 112 Cellulosefasern gegen den Klimawandel (DITF) 113 Wiederverwertbare, biologisch abbaubare Isolation aus Wolle (Baur Vliesstoffe) 114 DMSO-Luftspaltspinnen zur Optimierung der Eigenschaften von PAN-Fasern F.-G. Niemz 118 Schmelzspinnprozess für sc-PLA-Filamentgarne (Fraunhofer IAP) -107

melliand Textilberichte 4/2021 103 INHALT Spinnerei 119 Naturfaserverstärkte Kunststoffe für strukturelle Anwendungen auf Basis drehungsfreier Bastfasergarne E.G. Bell, K.-H. Lehmann, N. Graupner et al. Band- und Flechtindustrie 122 Innovative Flechttechnik für elastische Hightech-Geflechte (Jumbo/Herzog) 123 Naturseile — die Allrounder (Seilflechter) 123 Elastisches Melangeband (Jumbo) Maschenindustrie 124 Digitale Musterungslösungen (Karl Mayer) Textilveredlung 125 Flammkaschierung — besser als ihr Ruf? M. Schwägele, J. Beck, M. Saritekin 128 Feuerfestes und anschmiegsames Baumwolltextil (Empa) Textilindustrie 129 Feinste Hundehaarfasern für nachhaltige und ethisch vertretbare Mode 130 Umwelteintrag von textilen Fasern in Deutschland: eine Schätzung M. Stark 131 Closed Loop Product Lifecycle Management in der Textilbranche K. Müller et al. 140 Wettbewerb jenseits von Waren und Dienstleistungen U. Gill Bekleidungsindustrie 135-138 Aktuelle Nachrichten 139 Firmenindex / Impressum

TEXTILWIRTSCHAFT 104 melliand Textilberichte 4/2021 HeiQ hat mit AeoniQ ein neues Hochleistungs-Garn aus cellulosehaltigen Biopolymeren der 3. Generation vorgestellt. Diese Biopolymere binden während desWachstums Kohlenstoff aus der Atmosphäre und erzeugen gleichzeitig Sauerstoff. Sie können synthetische Garne ersetzen, diemehr als 60 %der weltweiten Textilproduktion ausmachen. Im Vergleich zu herkömmlichen Cellulosefasern werden für die Herstellung von AeoniQ-Garnen weder Ackerland noch Pestizide oder Düngemittel benötigt. Die AeoniQ-Garne von HeiQ Materials AG, Zürich/Schweiz, sind für den Kreislaufgedanken konzipiert und können bei gleichbleibender Faserqualität mehrfach recycelt werden. Der Herstellungsprozess soll 99 % weniger Wasser verbrauchen als bei Baumwollgarnen, und die Garne sollen vergleichbare Eigenschaften wie Polyester-, Polyamid- bzw. herkömmliche Garne aus regenerierter Cellulose haben. The Lycra Company, Wilmington, DE/USA, ist der erste Entwicklungspartner dieser neuartigen Garne. Im 2. Quartal 2022 sollen die ersten HeiQ AeoniQGarne aus der Pilotproduktionsanlage an auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Markenpartner geliefert werden. HeiQ Neue Faser aus kohlenstoffnegativen Materialien Nachhaltigkeit und Recycling stehen verstärkt im Fokus der Verbraucher. Schon seit Jahrhunderten werden Reißfasern aus Alttextilien hergestellt und zu neuen textilen Produkten verarbeitet. Dieses effektive Recycling ist einer der ältesten Materialkreisläufe der Welt. Durch die stetige Weiterentwicklung von Produkten in der Textilindustrie, steigen auch die Anforderungen an das Textilrecycling. Eine klare Beurteilung und Klassifizierung der Rohstoffe sind wichtig. In einem Forschungsprojekt der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) und dem Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. (STFI), Chemnitz, wird nun eine Methodik entwickelt, die es ermöglicht, den Reiß- und auch die nachfolgenden Prozesse in Bezug auf die Faserqualität zu analysieren. Durch die systematische Analyse soll es gelingen, die nachfolgenden Spinnprozesse so zu optimieren, dass der Recyclinganteil im Garn erhöht werden kann, ohne dass sich die Garneigenschaften gegenüber einem aus 100 % Neufasern bestehenden Garn wesentlich unterscheiden. Diese Garne können anschließend zu nachhaltigen textilen Produkten wie z.B. Kleidung oder Verbundbauteile verarbeitet werden. DITF / STFI Klassifizierung recycelter Fasern AeoniQ-Cellulosefi lamentgarn (Bild: HeiQ) The Lycra Company Neue Stretchfaser ermöglicht Größenunabhängigkeit Mit der neuen Stretchfaser Lycra Adaptiv bekommt Bekleidung einen besseren Sitz und kann sich individuellen Körperformen auch bei Bewegung gut anpassen – auch, wenn die Figur sich ändert oder das Gewicht mal schwankt. Die zum Patent angemeldete adaptive Faser von The Lycra Company, Wilmington, DE/USA, aus einem neuen Polymer verfügt über eine besondere Chemie, die es ihr ermöglicht, sich hybrid an die funktionellen Bedürfnisse des Trägers anzupassen. Während der Träger sich nicht bewegt, passt das Polymer seine Kompressionsstärke an, um den richtigen Sitz, Passform und Kontrolle zu gewährleisten. Wenn sich der Träger hingegen bewegt, passt das Polymer seine Elastizität an, um einen besseren Tragekomfort und einen "Zweite-Haut-Effekt" zu erzielen, der einen sehr guten Sitz ermöglicht. Zudem sind Kleidungsstücke aus Stoffen mit Lycra Adaptiv Fasern langlebig und lassen sich leichter an- und ausziehen. Der softere Stretch innerhalb des Größenspektrums ermöglicht ein breiteres Passformfenster, das eine größere Bandbreite an Körperformen innerhalb einer bestimmten Größe abdeckt. Heimtextil Breites Angebot mit vielen internationalen Ausstellern Aktuell rund 1.600 Aussteller aus 50 Ländern werden zur internationalen Fachmesse für Wohn- und Objekttextilien Heimtextil vom 11.-14. Januar 2022 in Frankfurt/M. erwartet. Neben dem umfangreichen Produktspektrum bietet die Heimtextil weitere Informations- und Inspirationsangebote zu aktuellen Marktentwicklungen in der Branche. Das Areal der Heimtextil Trends zeigt einen übergreifenden Einblick in die Einrichtungsthemen von morgen. Der Bereich Interior.Architecture.Hospital ity bietet ein interessantes Angebot für (Innen-)Architekten und Hospitality-Experten. Digitale Zusatzangebote ergänzen das Produkt- und Informations-Repertoire der Heimtextil 2022. So werden die Heimtextil Trends erstmals umfassend in digitaler Form dargestellt – reich illustriert und mit den angesagten Farben, Designer- Features und Kurzfilmen visualisiert. Auch die Future Materials Library ist online einsehbar und bietet nachhaltige Materialinnovationen. Sicherer Re-Start unter 2G-Vorgaben Dank hoher Impfquoten wird mit einer starken internationalen Beteiligung gerechnet. Die seit dem 22. November 2021 gültigen Verordnungen der hessischen Landesregierung bestätigen die Durchführung der Heimtextil unter 2G-Vorgaben. Auf dieser Basis kann die Messe in geplanter Breite und Tiefe auf 10 Hallenebenen stattfinden.

TEXTILWIRTSCHAFT Automation and Vision Systems ELSMART Bahnführungssystem ƒ Präzise Bahnführung für Teppiche und technische Textilien ƒ Bahnmittenführung mit Breitbandsensoren ƒ Bahnkantenführung mit Infrarot- und Ultraschall- Kantensensor ƒ Wesentlich kompaktere Applikation als mit einem Drehrahmen Erhardt+Leimer GmbH · Albert-Leimer-Platz 1 · 86391 Stadtbergen · Deutschland · Tel.: +49 (0)821 2435-0 www.erhardt-leimer.com Die Lenzing Gruppe konnte in den ersten 9 Monaten (Q1-3) 2021 aufgrund des überwiegend positiven Marktumfeldes Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessern. Der Umsatz stieg um 32,9 % auf 1,59 Mrd. €. Dieser Anstieg ist auf ein höheres Absatzvolumen sowie auf höhere Viskosepreise zurückzuführen. Auch die Energie-, Rohstoff- und Logistikkosten sind im gesamten Berichtszeitraum deutlich gestiegen. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt und erhöhte sich in Q1-3/2021 auf 297,6 Mill. € (Q1-3/2021: 138,5 Mill. €). Die EBITDA-Marge erhöhte sich von 11,6 % auf 18,7 %. Das Periodenergebnis für diesen Zeitraum belief sich auf 113,4 Mill. € (Q1-3/2020: -23,3 Mill. €). Die Fokussierung auf holzbasierte Spezialfasern wie die Markenfasern Tencel, Lenzing Ecovero und Veocel wirkte sich auch positiv auf die Umsatzentwicklung aus; der Anteil der Spezialfasern am Faserumsatz betrug im Berichtszeitraum 72,4%. Damit konnten die negativen Auswirkungen der ungünstigeren Währungseffekte mehr als ausgeglichen werden. Der wachsende Optimismus in der Textilund Bekleidungsindustrie und die Erholung im Einzelhandel führten vor allem zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres zu einem deutlichen Nachfrage- und Preisanstieg auf dem Weltfasermarkt. Der Bau des Zellstoffwerkes in Brasilien durch die Lenzing AG, Lenzing/ Österreich, verläuft trotz der herausfordernden Entwicklungen im Zusammenhang mit Covid-19 weiterhin nach Plan. Die Inbetriebnahme des Zellstoffwerks ist unverändert für das erste Halbjahr 2022 geplant. Die Investition für das neue Werk in Thailand mit einer Kapazität von 100.000 t beläuft sich auf ca. 400 Mill. €. Die Bauarbeiten haben im H2/2019 begonnen und verlaufen weitgehend nach Plan. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende 2021 und der Produktionsbeginn für Q1/2022 geplant. Lenzing 33 % Umsatzsteigerung in den ersten 9 Monaten 2021 Domotex Domotex für Januar 2022 abgesagt Die internationale Fachmesse für Teppiche und Bodenbeläge, die im Januar 2022 in Hannover stattfinden sollte, wurde von der Deutsche Messe AG, Hannover, als Veranstalterin abgesagt. Die Domotex ist im besonderen Maße von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen, da die Mehrheit der Aussteller und Besucher aus dem Ausland kommen. Angesichts des aktuellen Pandemie-Geschehens ist jedoch mit einer kurzfristigen Erholung des internationalen Geschäftsreiseverkehrs nicht zu rechnen. Die Veranstalter prüfen nun einen neuen Termin für die Domotex im weiteren Verlauf des Jahres 2022. ISPO ISPO Munich findet im November 2022 statt Die internationale Sportartikelmesse ISPO Munich wurde dauerhaft auf den Beginn der Wintersportsaison verschoben. Die OutDoor by ISPO findet zukünftig immer Ende Mai/Anfang Juni statt. Gemeinsam mit den führenden Sport- und Outdoormarken, dem Handel und Branchenverbänden hat die Messe München GmbH diese strategische Entscheidung aufgrund der weitreichendenMarktveränderungen der vergangenen Jahre getroffen. Industrie und Handel sehen sich mit großen Umbrüchen in der globalen Lieferkette konfrontiert, wodurch sich die Orderzyklen geändert haben. Die ISPO Munich 2022 findet vom 28.-30. November 2022 in München statt. Neuer Termin für die OutDoor by ISPO 2022 ist der 12.-14. Juni 2022 ebenfalls in München.

TEXTILWIRTSCHAFT 106 melliand Textilberichte 4/2021 ADD ITC Textile Impulse für die Zukunft Experten aus Industrie und Forschung berichteten auf der diesjährigen Aachen-DresdenDenkendorf International Textile Conference (ADD ITC) über Forschungsergebnisse und marktfähige Textilinnovationen in den Bereichen Hochleistungsfasern, Faserverbundwerkstoffe, medizinische Textilien, Funktionalisierung und Textilmaschinenbau. Am 9./10. November 2021 organisierten die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) eine digitale Veranstaltung, nachdem die Tagung in 2020 coronabedingt abgesagt worden war. 360 Teilnehmer aus 25 Ländern und 4 Kontinenten nutzten die Gelegenheit zur Teilnahme. Über 60 Vorträge in Plenarund 3 Parallelsessions standen auf dem Programm. Die Themen der Konferenz standen im Zeichen der Umbrüche, die durch die digitale Transformation und die Anforderungen einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft von der Textilindustrie bewältigt werden müssen. Die Möglichkeiten für textile Anwendungen sind groß. Ob Mobilität mit Faserverbundwerkstoffen, Architektur mit modernen Baustoffen oder smarte Textilien für Arbeitsalltag, Gesundheit oder für neue außergewöhnliche Sportarten – es gibt kaum einen Lebensbereich, bei dem High-TechTextilien nicht zur Lösung zukünftiger Herausforderungen beitragen. Die Session „quo vadis Textilmaschinenkonzepte“ zeigte, dass auch bei den Verfahren und Prozessen noch viel Innovationspotenzial besteht und ausgeschöpft wird. Ergänzt wurde das Tagungsprogramm durch eine virtuelle Ausstellung mit Firmen und Instituten sowie über 100 wissenschaftlichen Postern. 3 der Posterpräsentationen wurden mit dem Best Poster-Award der Aachen-Dresden-Denkendorf International Textile Conference 2021 ausgezeichnet. Die nächste ADD ITC soll als Präsenzveranstaltung am 1./2. Dezember 2022 in Aachen stattfinden. Gesamtmasche Gestörte Lieferketten und sinkende Margen Umsätze und Auftragseingänge steigen auch weiterhin in der deutschen Maschenindustrie und somit bleibt der Geschäftsklimaindex der Maschenindustrie zum 4. Quartal 2021 mit 14,54 Indexpunkten weiter im positiven Bereich (Indexwert zum 3. Quartal: 16,93). Vor allem aus dem Ausland erwartet die Branche in den kommenden Monaten Impulse. Allerdings klagen die meisten Hersteller über schrumpfende Margen. Über 13 % der Befragten wollen daher, trotz guter Auftragslage, Personal abbauen. Das ergab die letzte Geschäftsklimaumfrage des Gesamtverbands der deutschen Maschenindustrie e.V. (Gesamtmasche), Stuttgart. Besonders die Schwierigkeiten in der internationalen Logistik und stark gestiegene Rohstoffpreise behindern das Wachstum der deutschen Maschenindustrie. DITF Spielerisch KI erleben Künstliche Intelligenz (KI) bietet auch kleinen und mittleren Unternehmen große Chancen. Damit das Potenzial von KI spielerisch erlebbar wird, eröffneten die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) und die HahnSchickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V., Stuttgart, im Sommer 2020 den „KIEscapeRoom“. Aufgrund der andauernden Einschränkungen durch Covid-19 wurde für Interessenten aus der Industrie eine virtuelle Möglichkeit geschaffen, weiterhin aktiv das Thema KI kennenzulernen. Das neue Online-Angebot des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums Textil vernetzt kann ab sofort genutzt werden. In 15-20 Minuten können Teilnehmer eine virtuelle Baustelle weiterentwickeln und durch das richtige Beantworten von Multiple-Choice-Fragen benötigte Bauteile erspielen. Gegenstände müssen angeklickt und gedreht werden – überall können sich Hinweise verbergen. Die Spielenden werden Schritt für Schritt an das Thema KI herangeführt und können am Ende Impulse und Ideen für die eigene Arbeit mitnehmen. textil+mode Langsamere Konjunkturerholung Mit einem Umsatzplus von 10 % auf 1,34 Mrd. € setzte sich auch im August 2021 die Erholung in der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie fort. Leider wird diese durch äußere Einflüsse gebremst. Wie die gesamte Wirtschaft leiden auch Textil und Bekleidung unter steigenden Preisen und gestörten Lieferketten. Das Konjunkturklima im Oktober 2021 war vergleichbar wie im September 2021 und liegt auch weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt des jeweiligen Segments. Dies geht aus dem Konjunkturbericht des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. (textil+mode), Berlin, hervor. Von Januar-August 2021 lagen die Umsätze bei Textil mit +9,4%über demVorjahreszeitraum, bei Bekleidung waren es allerdings noch -0,2 %. Trotz der aktuell etwas verzögerten Erholung der Konjunktur wird bei Textil bei gleichbleibender Tendenz mit einem Umsatzniveau wie 2019 gerechnet. Bei Bekleidung wird das Niveau zwar über Vorjahr liegen, aber höchstwahrscheinlich nicht über Vorkrisenniveau. Voraussetzung ist, dass Energiekosten, Lieferschwierigkeiten und Inflation in den kommenden Monaten nicht überhandnehmen.

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